Interessante Insolvenzversteigerung des früheren Interconti-Hotels in Hamburg

Es gibt Tage, da wird man doch ziemlich von der Arbeit abgehalten. Eine facebook-Meldung führte mich heute Mittag auf die Seite des Insolvenzversteigerers Dechow-Auktionen. Dort steht unter vielen anderen Insolvenzversteigerungen auch fast das komplette Inventar des früheren Intercontinental Hotels in der Hamburger Außenalster zur Versteigerung. Dass das Hotel unter Lizenz betrieben wurde, hat man als Gast nicht gemerkt – das Interconti in Hamburg war ganz im Stil der Hotelgruppe eingerichtet und ich erinnere mich an mehrere Presse-Veranstaltungen, die ich dort für Conti durchgeführt habe. Nun hat der Lizenznehmer im Herbst 2012 Insolvenz anmelden müssen und nun kommt das ganze Hotel unter den Hammer.

Und so klickt man sich dann durch 800 Angebote – von ganzen Zimmereinrichtungen, über Hotelkücheninventar, Rechner, Büromöbel bis hin zum Schlagbohrer, Rasenmäher und Sonnenliegen für draußen. Manches habe ich sogar wiedererkannt, zum Beispiel den Empfangstresen aus der Hotelhalle und die Beleuchtung aus dem Ballsaal.

Die Versteigerung zeigt auch, was alles für den Betrieb eines Luxushotels benötigt wird – und vor allem in welchen Mengen.

Ich hätte es begrüsst, wenn die Zimmereinrichtungen in nicht so großen Paketen angeboten werden würden, denn ich denke, dass dann doch viele einfach eine Zimmereinrichtung komplett genommen hätten. Das eignet sich nämlich sehr gut für ein Gästezimmer. So muss man mindestens 30 Zimmer kaufen – und wer will das schon? Nicht mal ein Hotel würde das machen können – denn wenn renoviert wird, dann möchte man ja wahrscheinlich nicht die Möbel mit Gebrauchsspuren haben. Außerdem ist der typische Hotelstil der 4 und 5 Sterne Klasse inzwischen auch wieder weiterentwickelt worden.

Die Paketangebote wirken teils etwas abschreckend, weil oft etwas dabei ist, was allein nie weggehen würde. Da soll der erfolgreiche Bieter dann bitte selbst für die Entsorgung sorgen.

Das ist eigentlich schade. Man hätte mehr draus machen können. Nur dafür haben Insolvenz Verwalter halt keine Zeit.

Ein ausgedachtes Beispiel:

Sicher Dir Dein Zimmer vom Intercontinental in Hamburg

Ein Original-Zimmer mit Minibar, TV und allen Möbeln für nur 750 Euro, inklusive Aufgeld und Mehrwertsteuer.

Bei 328 Zimmern hätte man damit brutto 246.000 Euro einnehmen können – so werden alle Zimmer zusammen zu einem Preis von 136.850 Euro angeboten. Ansonsten kann man auch ein Zimmerpaket mit mindestens 30 Zimmereinrichtungen für 12.316 Euro ersteigern, wenn keiner auf alle Zimmer bietet.

So bleibt dem Nicht-Hotelier beim Betrachten der Versteigerung nur das eine oder andere kleinere Angebot, denn wer braucht schon 8000 Gläser, 570 Bettdecken, 18.300 Besteckteile, 2.600 Kleiderbügel, 440 Büches Das Neue Testament oder 5.000 Teller?

Klasse ist zum Beispiel die Bar – wenn man dafür einen Raum hat, dann ist das ein ganz tolles Angebot.

Aber es war interessant – und auch die zwei Kollegen, denen ich davon erzählte, sind auch gleich mal drauf gegangen und so dachte ich, dass ein kleiner Artikel dazu vielleicht weitere Besucher zu dieser interessanten Auktion bringen wird.

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