Interviews – ich liebe sie. Eigene und auch die der Deutschen Bank…

Heute war für mich ein Tag der Interviews. Zuerst wurde ich am Morgen zum Thema App-Markt interviewed, dann sah ich das am Freitagabend in der heute-Show verpasste herrliche Interview von Martin Sonneborn mit dem Deutsche Bank Mitarbeiter Stefan Georgi:


Das Interview wurde zuerst in der Sendung Sonneborn rettet die Welt auf ZDF neo gezeigt, richtig Aufsehen erreichte es aber erst durch die Zweitverwertung in der heute Show.

Wer es im Zusammenhang der Sendung sehen möchte, kann hier mal reinsehen:

Herrlich, wie es Sonneborn hier gelungen ist, die mangelnde Professionalität der Deutschen Bank im Bereich Kommunikation bloszustellen.

Man hatte tatsächlich das Interview für „Martin Sonneborn von ZDF neo“ vorformuliert und neben anderen Fragen auch gleich die zu gebenden Antworten dazugeschrieben. Dabei lernt doch jeder PR-Volontär bereits in der ersten Woche, dass es zwar bequem wäre, wenn man Interviews selbst schreiben könne, aber das man das nicht macht.

Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass diese Vorlage garnicht für Sonneborn bestimmt war und ihm nur aus Versehen zugeschickt wurde.

Normal wäre aber auch gewesen, dass man dem Satire-Profi Sonneborn auch eine professionelle PR-Person gegenüber gestellt hätte. Denn dass man übersehen hat, wer Martin Sonneborn ist, ist wohl der zweite massive Fehler hier.

Man hat sich offenbar vom Thema des Interviews „Finanzsystem erklären“ blenden lassen und dieses Interview als eine Art Beitrag für ein Sendungsformat alá Sendung mit der Maus mit Erklärfilmen verstanden. So erklärt sich auch, warum das Wirtschafts- und Finanzsystem von der Deutschen Bank anhand einer elektrischen Zahnbürste bewusst sehr einfach erklärt wird.

Eines lernt man in der Öffentlichkeitsarbeit recht schnell: Traue Niemandem blind, der sagt, dass die Kamera aus ist.

Verhalte Dich stehts so, als sei die Kamera an. Das gilt nicht nur für das Sprechen, das gilt auch ganz besonders für Gesten und die eigene Mimik.

Ich habe in meiner PR-Laufbahn einige Fälle erlebt und von einigen Situationen gehört, wo die Kamera ganz bewusst als Waffe eingesetzt und halt entgegen gegebenen Zusicherungen und Gesten nicht ausgeschaltet wurde.

Gerade bei kritischen Themen oder Unternehmenskrisen muss man besonders vorsichtig sein. Auch die freundlich und vertraut wirkenden Vorbereitungsworte zum Interviewer über Hedge Fonds mögen zwar sachlich sogar richtig sein, im Kontext wirken sie aber eher hilflos und unvorbereitet.

Es hilft, wenn Unternehmen so genannte Mediatrainings machen und damit Mitarbeiter im Umgang mit Filmteams schulen lassen. Ich habe mehrere Mediatrainings, zum Beispiel für den TÜV und im Automobilbereich sowie in der postgraduierten Ausbildung, veranstaltet und kann jederzeit Mediatrainings anbieten.

Mein eigenes Interview heute war weniger witzig, als das Deutsche Bank Interview. Es war ein typisches Experten-Interview, das sind die Interviews, die recht einfach sind. Denn der Interviewte hat mit seinem Experten-Status eine fachliche Authorität und kann damit recht einfach die zum Teil schwierigen Sachverhalte erklären. Und das war offensichtlich das Glatteis, auf dem die Deutsche Bank ausgerutscht war: Ein Banker erklärt das Finanzsystem. Das sollte eigentlich ganz einfach sein, oder?

 

Die schwierigste Frage für mich heute war eigentlich eine ganz einfache Abschlussfrage: Welche App ist für Sie die App des Jahres 2013? Das ist tatsächlich schwer zu beantworten, denn dafür gibt es viele Kandidaten – und ich werde in Kürze dazu ein internationales Projekt starten.

Für dieses Großprojekt werde ich Unterstützung brauchen…

Ich freue mich über Kommentare